Privatdetektive – es nicht so wie im Fernsehen

Privatdetektive – es nicht so wie im Fernsehen

Viele Menschen schenken den Medien Glauben und haben ihre eigenen Fantasien über Privatdetektive. Für sie sind diese ständig bei illegalen Machenschaften in Hinterzimmern unterwegs oder im Rotlichtmilieu aktiv. Dazu kommt, dass sie fast jeden Tag in wilde Verfolgungsjagden und Schießereien mit Kriminellen verwickelt sind. Doch das meiste was in den Medien gezeigt wird, ist vollkommen überzogen. Sogar der Bundesverband deutscher Detektive (BDD) hat eine der bekannten deutschen Detektivserien in der Vergangenheit dafür sogar offiziell kritisiert. Die seriösen Privatdetektive Wien arbeiten wesentlich diskreter und nur in den allerseltensten Fällen kommt es zu physischen Übergriffen.

Wie recherchieren Privatdetektive?

Es gilt zuerst Informationen zu erhalten, bevor eine Person beobachtet und der Detektiv praktisch tätig wird. Daher legen seriöse Privatdetekteien großen Wert auf umfassende Recherchen. Während dieser Recherchen wird sich der Detektiv niemals per Ausweis als solcher vorstellen – im Gegensatz zu den typischen Situationen im Fernsehen. Zumeist arbeiten sie während ihrer Recherche sowie bei Observationen meistens verdeckt. Dabei wird davon gesprochen, dass der Detektiv unter einer „Legende“ arbeitet. Das bedeutet, dass er den Vorwand nutzt (beruflich) jemand anders zu sein. Zumeist geschieht die Recherche online oder durch den Gang zu Behörden und Ämtern, in denen öffentliche Register zur Verfügung stehen. Die Suche im Internet geschieht mit bestimmter technischer Unterstützung, wie passender Software, allerdings spezifischer und einfacher vonstatten, als bei dem „normalen“ Internetuser.

Beispielsweise handelt es sich bei den Hintergründen der Recherchen um die Ermittlung des Halters eines bestimmten Fahrzeugs, das wegen Fahrerflucht gesucht wird. Auch Bonitätsprüfungen von einzelnen Personen oder ganzen Unternehmen sowie die Ermittlung von Adressdaten von Schuldnern.

Die Observation & Verfolgung

Privatdetektive müssen in ihrer täglichen Routine oft für private Mandanten Verdächtige observieren und häufig verfolgen. Dabei kommt es allerdings nicht zu wilden Verfolgsjagden, sondern hier gehen die Detektive mit Fingerspitzengefühl vor und eine unauffällige Vorgehensweise ist Pflicht, damit sie nicht auffliegen. Da eine Beschattung bzw. Observation und Verfolgung leichter ist, wenn nicht immer die gleiche Person eine oder mehrere Personen beschattet, arbeiten die Detektive zumeist im Team. Diese Teams sprechen sich genau ab, sie reisen gemeinsam zu den entsprechenden Einsatzorten und müssen im Grunde alles wissen, was die restlichen Teammitglieder wissen, planen, unternehmen und denken. Nur dann ist es zu gewährleisten, dass die Observation und der Einsatz gelingen.

Verdächtige werden in der Regel von Fahrzeugen aus beschattet und verfolgt. Sollte es sich um Standobservationen handeln, dann sind die Scheiben häufig abgedunkelt, denn schließlich soll vermieden werden, dass die Detektive im Fahrzeug gesehen werden. Das ist besonders dann der Fall, wenn auffälliges Equipment wie große technische Geräte zum Einsatz kommen. Oft müssen die Detektive bei einer Standobservation stundenlang im Fahrzeug verharren und das verlangt eines an Disziplin.

In erster Linie zählen zum Equipment Ferngläser, sowie eine Kamera mit großem Teleobjektiv, mit der es möglich ist auch entfernte Sachverhalte möglichst in Details festzuhalten. Sollte eine beobachtete Person bspw. eine Straftat ausführen, dann ist es die Dokumentation mit der Kamera, denn eine Fotografie lässt sich nur schwer widerlegen.

Wird eine strafbare Handlung von den Privatdetektiven aufgedeckt und es gibt keine andere Möglichkeit, dann kommen hin und wieder auch sogenannte Spionage-Kameras zum Einsatz. Besonders bei Diebstählen oder Beobachtungen in geschlossenen Räumen und auf Grundstücken gibt es häufig keine andere Möglichkeit. Dabei können diese Kameras in den unterschiedlichsten Alltagsgegenständen platziert werden, wie bspw. Uhren, Kugelschreibern oder Weckern.

Wer kann Privatdetektiv werden?

Die Sendungen im Fernsehen lassen schnell die Vermutung aufkommen, dass jeder Mensch, der halbwegs vernünftig ist, Privatdetektiv werden kann. Doch so einfach ist das nicht. Denn um in einer seriösen Privatdetektei eine Anstellung zu finden, um offiziell als Privatdetektiv zu arbeiten, der muss einige Voraussetzungen und Bedingungen erfüllen.

Jede Detektei hat ihre ganz eigene Vorgehensweise. Jedoch setzen die meisten auf festangestellte Kräfte und nicht auf Subunternehmer. Wichtig ist, dass die Detektive die in der Detektei arbeiten, alle ein ähnliches Profil aufweisen, um so in Teams zusammenarbeiten zu können und auf Augenhöhe zu stehen. Damit das garantiert ist, ist eine zweijährige Ausbildung zum ZAD geprüften Privatermittler notwendig.

Selbst wenn jede Detektei ihre eigenen Vorbedingungen hat und sich nicht pauschalisieren lässt, was der Bewerber mitbringen muss, so sind einige Voraussetzungen obligatorisch. In der Regel sind das der Führerschein Klasse B (PKW), ein Wohnsitz in der Nähe der Detektei, sehr gute Wort- und Schriftkenntnisse in Deutsch und oftmals auch in Englisch.

Des Weiteren ist körperliche Fitness ein Muss, ebenso wie ein selbstsicheres Auftreten und auch technisches Verständnis sind von Vorteil. Da viele der Einsätze im Ausland erfolgen, sollte auch eine Reisebereitschaft vorhanden sein.

Wann kommen Privatdetektive zum Einsatz?

Nicht nur Zeit, Geld und Aufwand kann mit der Beauftragung eines Privatdetektivs gespart werden, sondern auch Herzschmerz. Die Privatermittler sorgen dafür, dass der Auftraggeber die gewünschten Informationen erhält und zudem auch gerichtlich verwertbare Dokumente. Nicht nur die Observation von Zielpersonen gehören zu den Aufgaben, sondern ebenfalls da Zusammentragen von Beweisen. Im Grunde kommt der Privatdetektiv dann zum Einsatz, wenn es darum geht, eine Angelegenheit zuerst im Stillen zu klären, anstatt diese direkt an die örtliche Polizei weiterzureichen.